Meine Ersten zwei Wochen und Coronas Entscheidung

Am 1. März bin ich mit Jonas meinen beiden Brüdern und einigen anderen Freunden Richtung Wittenberg gestartet. Ab Wittenberg waren Jonas und ich dann wieder zu zweit unterwegs. Unsere weitere Route führte uns über Leipzig, Jena, Hof, Bayreuth und Amberg. 10km vor Amberg verabschiedete ich mich von Jonas und es ging schweren Herzens allein weiter nach Amberg. Wir hatten zwar viel Regen und graues Wetter, aber dennoch war es eine schöne und Erlebnisreiche Woche. Wir waren abends immer bei Chouchsurfern oder Warmshowers Leuten untergebracht und hatten somit immer einen tollen Abend mit neuen Begegnungen und netten Gesprächen. In Amberg übernachtete ich dann spontan bei einer Freien Evangelischen Gemeinde, da ich für den Abend noch keinen Schlafplatz gefunden hatte. Es war total super und ich blieb sogar noch eine Nacht länger, weil ich eh kein Platz hatte für den nächsten Tag und einen Pausen Tag nötig hatte. Am 8. März fuhr ich weiter nach Regensburg und am darauf folgenden Tag nach Landshut. In beiden Städten bekam ich spontan eine Zusage von Warmshowers Leuten. Und es waren wieder mal zwei super schöne Abende. Da in der ersten Woche nicht so gutes Wetter war und es sich auch nicht ändern sollte, entschied ich mich einen Zug am 11. März von München nach Ljubljana zu nehmen, um damit die Alpen zu überspringen.

Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch nicht wirklich Angst oder Bedenken das Grenzen dicht Gemacht werden oder man in Quarantäne bleiben müsste. Ich sollte in Ljubljana am 11. um 18:30 ankommen, allerdings hatte ich wieder einmal noch keinen Schlafplatz in der Stadt. Aber ich dachte irgendwie werde ich schon was bekommen, zur Not halt im Hostel. Und ich hatte nicht Unrecht! Am Bahnhof kam ich mit jemanden ins Gespräch der ein paar Tage Urlaub in Ljubljana machen wollte und dort ein Appartement gebucht hatte. Ich erzählte ihm von meinem Vorhaben und das ich noch keine Unterbringung für die Nacht hätte. Es klappte und er sagte mir zu. In Ljubljana angekommen kaufte ich noch was fürs Abendessen und wir kochten gemeinsam Nudeln in seinem Appartement in der Innenstadt. 

Morgens nach dem Frühstück wollte ich nochmal kurz die Innenstadt anschauen und dann Richtung Kroatien weiter. In der Innenstadt traf ich noch ganz zufällig die ersten Radreisenden. Es waren zwei Franzosen ungefähr in meinem Alter, die auch Richtung Asien unterwegs waren! Wir waren total überrascht das wir uns hier um die Jahreszeit schon trafen. Allerdings wollten sie weiter nach Zagreb und ich wollte eigentlich an die Küste. Ich überlege kurz einfach mit den beiden mit zu fahren, aber es wäre halt genau die entgegen gesetzte Richtung gewesen. Also tauschten wir die Nummern aus und verabredeten uns vielleicht ein anderes Stück nach Asien gemeinsam zu fahren.Danach fuhr ich raus aus der Stadt und weiter Richtung Grenze. Als ich 10 km vor der Grenze war wurde es langsam dunkel und ich übernachtete die erste Nacht im Zelt. 

Am 13. März früh um zehn wollte ich dann die Grenze nach Kroatien überqueren. Allerdings änderte sich ja anscheinend alles schlagartig in zwei bis drei Tagen mit dem Coronavirus. Vor Ort fragten mich die die Grenzpolizisten wo ich hin möchte und ob Ich wirklich einreisen möchte, denn aufgrund des Coronavirus müsste Ich 14 Tage lang im Krankenhaus in Quarantäne bleiben, egal ob ich den Virus hätte oder nicht. Oh ha… damit hätte ich niemals gerechnet. Ich frage nochmal nach ob ich das richtig verstanden hatte und ob das wirklich so sei. Aber ja, ich hatte richtig verstanden…

Ich überlegte viel hin und her und telefonierte mit einigen Leuten um mir verschiedene Meinungen und Lösungsvorschläge geben zu lassen. Selbst wenn ich nach Kroatien einreisen würde und dort zwei Wochen in Quarantäne bleibe. Es würde nicht so viel Sinn machen, da Ich nicht weiß wie es sich vielleicht noch in den nächsten Ländern entwickelt. Und ob Ich dann überhaupt weiterreisen kann. Irgendwann war klar, ich fahr erstmal zurück nach Ljubljana und überlege dann weiter. Als ich eine Nacht drüber geschlafen hatte, fiel die Entscheidung relativ schnell. Es hat keinen Sinn in der jetzigen Globalen Situation weiter zu reisen. Ich fahre erstmal mit dem Zug auf unbegrenzte Zeit nach Hause. 

Rückblickend würde ich aber sagen, dass es das Beste war was ich hätte machen können. Wenn man jetzt sieht wie sich die Grenzen der Länder und das Thema Coronavirus entwickelt hat. 

Keiner weiß wie lange das Virus und die Grenzsituationen anhalten wird. Ich weiß daher auch nicht ob ich überhaupt dieses Jahr Richtung Asien fahren werde oder wenn sich die Lage etwas entspannt nur kleinere Radtouren machen werde. Ich weiß es nicht.

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